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1000STORIES ist ursprünglich im Jahr 2007 erschienen. Hier geht es zu der alten Website.

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1000STORIES – revisited

Im Herbst 2007 bin ich durch die USA gereist. Auf dem Motorrad und im Auftrag des Goethe-Instituts. Jeden Nachmittag um 4 Uhr – wenn das Licht am besten war – habe ich einen Amerikaner geschnappt und interviewt.


Zur selben Zeit reiste ein Amerikaner durch Deutschland mit dem selben Auftrag. Jeden Abend luden wir die Videos auf einen gemeinsamen Blog.

Ich führte ausführliche Gespräche mit den Menschen, die mir, je weiter ich mich vom Ausgangspunkt meiner Reise – New York – entfernte, immer fremder wurden. Es war die Idee der Reise, dorthin zu fahren, wo die Menschen lebten, die mir die Amerikaner, die ich in New York, San Francisco oder Los Angeles traf, auch nicht erklären konnten.

Es war gegen Ende der zweiten Legislaturperiode von George W. Bush. Hillary Clinton machte sich auf, die Kandidatin der Demokraten zu werden, Obama, der sich dann überraschend gegen Clinton durchsetzten und später der amerikanische President werden würde, war noch nicht am Horizont erschienen. Die USA waren nach 7 Jahren Bush dem Rest der Welt fremd geworden. Ich machte mich auf die Suche, zu verstehen, was passiert war.

Dieses Projekt hatte ich mir selbst ausgedacht und hart daran gearbeitet, das Goethe-Institut dafür zu gewinnen. BMW lieh mir ein Motorrad und mit bescheidenem Budget machte ich mich auf die Reise. Der Trip war ungeheuer kräftezehrend, das hatte ich unterschätzt. Auf einem Motorrad 10.000 Meilen zu fahren, jeden Abend aufs neue ein billiges Motel finden zu müssen ist für sich schon anstrengend. Wir sind im Jahr 2007, es gibt kein Google Maps und kein mobiles High Speed Internet. YouTube steckte noch in den Kinderschuhen, es ist heute schwer vorstellbar: damals war selbst das einbinden von Videos auf eine Webseite alles andere als einfach.

Es fällt mir nach wie vor nicht leicht, Fremde anzusprechen. Sich jeden Tag auf intensive und intime Gespräche mit Menschen einzulassen, die man vermutlich nie mehr wieder sehen wird, das alles zehrte mehr an meinen Kräften, als ich es vorausgesehen hatte.

Die Videos zu schneiden, auf einen Server hochzuladen, die Übersetzung zu managen und telefonischen Support zu leisten, für meinen Kollegen, der zeitgleich in Deutschland unterwegs war, das alles brachte mich wiederholt an meine Grenzen und darüber hinaus.

Und dennoch oder vielleicht gerade deswegen ist 1000STORIES eine meiner wichtigsten Arbeiten. Wenn man vor 10 Jahren nur besser verstanden hätte, was das ländliche Amerika umtreibt, vielleicht wäre uns das, was jetzt passiert, erspart geblieben.

Eigentlich wollte ich aus dem Material, das ich in den USA gedreht hatte, einen Film machen. Am Ende hatte ich mehr als 60 Kassetten. Es kam Projekt um Projekt, der Film ist immer noch nicht gemacht. Irgendwann hat das Goethe-Institut seine Server aufgeräumt und 1000STORIES vom Netz genommen. Ich habe es auf meinen Server gestellt und den Zugang nur denen gegeben, die mich ausdrücklich danach gefragt haben. In letzter Zeit häufen sich die Anfragen. Es gibt Menschen, da draussen, die sich an 1000STORIES erinnern. Dummerweise funktionieren die Videos jetzt gar nicht mehr. Ich habe sie nun umcodiert und 10 Jahre später doch noch auf YouTube gestellt.

Hier sind sie gesammelt, zusammen mit den Texten, die ich damals geschrieben habe.

Der Film ist immer noch in Planung.
😉