1000STORIES revisited

28. SEP. 2017

Im Herbst 2007 bin ich durch die USA gereist. Auf dem Motorrad und im Auftrag des Goethe-Instituts. Jeden Nachmittag um 4 Uhr – wenn das Licht am besten war – habe ich einen Amerikaner geschnappt und interviewt.

Zur selben Zeit reiste ein Amerikaner durch Deutschland mit dem selben Auftrag. Jeden Abend luden wir die Videos auf einen gemeinsamen Blog.

Ich führte ausführliche Gespräche mit den Menschen, die mir, je weiter ich mich vom Ausgangspunkt meiner Reise – New York – entfernte, immer fremder wurden. Es war die Idee der Reise, dorthin zu fahren, wo die Menschen lebten, die mir die Amerikaner, die ich in New York, San Francisco oder Los Angeles traf, auch nicht erklären konnten.

Die USA waren nach 7 Jahren Bush dem Rest der Welt fremd geworden. Ich machte mich auf die Suche, zu verstehen, was passiert war.

Dieses Projekt hatte ich mir ausgedacht konnte das Goethe-Institut dafür begeistern,  BMW lieh mir ein Motorrad und mit bescheidenem Budget machte ich mich auf die Reise. Der Trip war ungeheuer kräftezehrend, das hatte ich unterschätzt. Auf einem Motorrad 10.000 Meilen zu fahren, jeden Abend aufs neue ein billiges Motel zu finden, ist an sich schon anstrengend. Wir sind im Jahr 2007, es gibt kein Google Maps und kein mobiles High Speed Internet. YouTube steckte noch in den Kinderschuhen, es ist heute schwer vorstellbar: damals war selbst das einbinden von Videos auf eine Webseite alles andere als einfach.

Sich jeden Tag auf intensive und intime Gespräche mit Menschen einzulassen, die man vermutlich nie mehr wieder sehen wird, das alles zehrte mehr an meinen Kräften, als ich es vorausgesehen hatte.

Die Videos zu schneiden, auf einen Server hochzuladen, die Übersetzung zu managen und telefonischen Support zu leisten, für meinen Kollegen, der zeitgleich in Deutschland unterwegs war, das alles brachte mich wiederholt an meine Grenzen.

Heute, 10 Jahre später werde ich das Material erneut veröffentlichen. Mit Kommentaren und Anmerkungen versehen, es ist der Versuch, die Geschichte hinter der Geschichte mit zu erzählen.