Dave Teleha

06. OKT. 2007

Es ist Samstag Vormittag, Ohio verwandelt sich in einen riesigen Flohmarkt. Die amerikanischen Autofahrer, ohnehin keine Raser, steuern ihre Schiffe noch langsamer über die Landstraßen, bremsen abrupt und fahren, ohne zu blinken, auf die andere Strassenseite, wenn wenn dort ein rot-weißes „Garage-Sale“ Schild in einer Hofeinfahrt steht. Meine BMW hat ABS, welch ein Glück.

Zu kaufen gibt es alles, was sich an überflüssigem in einem Haushalt ansammelt, und das in rauen Mengen und zu sensationellen Preisen. Ein hölzerner Kleiderständer für 5 Dollar, Ein Karton voller leerer Bierdosen aus aller Welt für 3 Dollar, 2.50 für eine auf Holz gemalte amerikanische Flagge mit acht Sternen. Ein jedes Ding scheint einen Liebhaber zu finden. Gefeilscht wird nicht, die Stimmung ist ausgezeichnet. „Hi Honey, how are you today?“

 

06. OKT. 2017

Vielleicht hat Dave Trump gewählt. Wenn man ihn vor 10 Jahren reden hört klingt es so. Dabei sagt er nur, dass er wütend ist. Darauf, dass die Fabrik, bei der er und seine Frau all die Jahre gearbeitet haben geschlossen hat. Die Fabrik ist nach Mexiko gezogen, wegen den Free Trade Agreements. Er ist wüten, dass die Versprechungen, die ihm gemacht wurden nicht gehalten wurden. Weil andere Leute nur an ihren Profit denken.

Dave sitzt in seiner Garage und verkauft den Kram, der sich über die Jahre angesammelt hat. Die Dinge, die er sich mal gekauft hat, und die ihm jetzt nur im Wege stehen.

Er redet immer über Politik. Seine Familie würde es schon nicht mehr aushalten, sagt Dave. Seine Frau nickt.