Walter Studencki

01. OKT. 2007

01. OKT. 2017

2007 habe ich noch mehr an der Krankheit gelitten, zwanghaft eine spannende Geschichte erzählen zu wollen. Und so war ich ein wenig enttäuscht, nach meinem zweiten Interview mit einem Rentner, der als Kind aus Deutschland in die USA eingewandert war. Walter Studencki war völlig unspektakulär.

So habe ich erst 10 Jahre später das Geschenk verstanden, das er mir gemacht hat. Er hat mir eine Geschichte gegeben, die ganz und gar unspektakulär Migration beschreibt. Wie er mit seinen Eltern in die USA gekommen ist, der Vater vom Krieg versehrt, arbeitsunfähig. Heute würde man sie Wirtschaftsflüchtlinge nennen. Wie er sein Leben lang in einer Fabrik gearbeitet hat. Er hat es damit zu einem normalen, angenehmen Leben gebracht.

Und während Herr Studencki seine Migrationsgeschichte erzählt, pflegen die die Migranten der heutigen Zeit den Park der Wohnanlage in der er mit seiner Lebensgefährtin lebt. Unaufgeregt, unspektakulär, so wie das Leben meist ist. Und so wie man schon lange keine Geschichte mehr hört, wenn es um Einwanderung geht.